Festzustellen, dass die lokale Wirtschaft und Industrie an der Krivaja am Boden liegt, ist natürlich überhaupt nichts neues. Einige Besuche der Industriestandorte Zavidovići, Banovići, Vareš und Zenica während meiner sommerlichen Feldstudien an der Krivaja haben dies nur aufs Neue offenbart. Aber seit 2025 spitzen sich rund um die Bergbaustadt Vareš weitere, ernsthafte Konflikte um den Abbau kritischer Rohstoffe zu, die nicht nur Menschen, sondern das Flusssystem und das gesamte mehr-als-menschliche Biom zwischen Krivaja, Zivijezda und dem Bosna-Tal bei Kakanj stärker bedrohen als alle vorangegangenen extraktivistischen Aktivitäten der letzten beiden Jahrzehnte. Hunderte Menschen aus Vareš haben sich als Folge des Extraktivismus Bleivergiftungen zugezogen, was vehemente öffentliche Proteste hervorgerufen hat. Diese halten an und ziehen immer weitere Kreise – während die Extraktivisten immer wieder neue Anläufe nehmen, ihr zerstörerisches, aber profitables Werk durchzusetzen. Beim Schreiben dieser Zeilen kursieren Videoaufnahmen und Bilder von Baggern, die explizit entgegen dem Willen der Talbewohner für das Unternehmen Vareški Minerali an der Duboštica Grabungen vornehmen. Die Empörung und der Zorn sind groß.

Die Entschlossenheit des Widerstands in Umweltfragen ist neu: Seit dem letzten Jahr fanden Forschungs- und Aktivismus-Camps aus dem Spektrum der Umweltschutzbewegung statt, die ich noch nie so kraftvoll und gut vernetzt wahrgenommen habe. Neben den Vorgängen in Hoch-Vareš geht zwischen Zavidovići und Olovo die berechtige Sorge um, dass die Krivaja irreparable Schäden durch den geplanten Extraktivismus von Chrom in Nieder-Vareš davontragen könnte – und zwar auf menschlicher wie auf mehr-als-menschlicher Ebene.1 Ich habe während meiner sechswöchigen sommerlichen Feldstudien Vertreter:innen von Umweltorganisationen und Initiativen getroffen, mit sehr vielen Bewohnern des Tals, der Städte Olovo, Zavidovići, Banovići und Vareš, der umliegenden Dörfer aus der Diaspora und mit Verwandten gesprochen. Und alle plagen dieselben Sorgen.
Als Autor:innen dieser Seite versuchen wir, über die Krivaja Wissen aus unterschiedlichen Feldern (Geografie, Geschichte, Gesellschaft, Interspecies) zusammenzutragen und zu veröffentlichen – in der Hoffnung, dass die Krivaja als einzigartiges, mehr-als-menschliches Gefüge bewahrt werden kann – indem sichtbarer wird, was in dieser brandgefährlichen Zeit alles auf dem Spiel steht. Ich persönlich hoffe, dass eine wachsende Zahl von Gleichgesinnten unterschiedlicher Disziplinen diese Plattform für ihre Veröffentlichungen auf bosnischer/kroatischer/serbischer Sprache, Deutsch oder Englisch nutzt, denn hier sind viele unterschiedliche Köpfe, Perspektiven und Handwerkzeuge gefragt. Es freut mich umso mehr, dass sich inzwischen vier aktive Mitstreiterinnen und Mitstreiter zusammengetan haben. Es bestehen außerdem enge Kontakte nach Montenegro (zum Beispiel an die Buljarica und zur Initiative Naša Buljarica) und in andere Orte Bosnien-Herzegowinas, wo sich ganz ähnliche Konflikte abspielen. Nur wer sich über Grenzen hinweg verbindet, solidarisiert und sichtbar wird, kann sich gegen Extraktivisten wehren. Diese sind mit sehr viel mehr Geld und anderen Mitteln ausgestattet – und sie sind ihrerseits Global Players, deren Netzwerke zwischen Australien, Europa, Asien, Nordamerika spannen.
Angebliche Investitionen und Ausbeutung kritischer Ressourcen
Teil dieser faktenbasierten Arbeit und kritischen Auseinandersetzung ist die Hinterfragung irreführender Begriffe und falscher Versprechungen. Die in der Einleitung nur knapp angerissenen Probleme lassen sich an dieser Stelle sehr grob und vereinfacht in zwei eng zusammenhängende Kategorien untergliedern:
- Erstens sind überall in Bosnien sogenannte Investitionen im Spiel. Einst als vermeintliche „Gaben“ regelrecht herbeigesehnt und willkommen geheißen, missglückten sie entweder (wenn man nur an die Željezara Zenica denkt), oder sie haben sich als fatal und schädlich erwiesen (oder beides zugleich). Merima K. Mehinović hat darüber bereits im Februar 2026 in ihrem Beitrag im Sarajevoer Urban Magazin geschrieben, den die Autorin auch hier veröffentlicht hat und auf den sich dieser Beitrag an mehreren Stellen bezieht.2
- Zweitens geht es um die Ausbeutung kritischer Ressourcen im Bergbau, wovon wiederum sehr wenige Personen profitieren, die plötzlich aufgetaucht waren und von denen niemand genau weiß, auf welcher Grundlage sie zu ihren Konzessionen gekommen sind. Weil viele der mächtigsten Akteure in diesen Vorgängen zumindest formal keine Einheimischen sind, tauchen im öffentlichen Diskurs zudem immer wieder Begriffe wie Neoimperialismus und Neokolonialismus auf.
In diesem ersten Blogpost einer mehrteiligen Serie über die extraktivistische Gefahren für das mehr-als-menschliche Gefüge der Krivaja gehe ich den Begriffen Investitionen, Foreign Direct Investment (FDI) und der Rede vom Neokolonialismus auf den Grund. Ich hinterfrage, inwieweit sich diese wichtigen Begriffe eignen, um das Geschehen der letzten Jahre adäquat in Worte zu fassen, das auch zu einer neuen und kraftvollen Umweltschutzbewegung zwischen Zavidovići, Vareš und Olovo geführt hat. Mit Blick auf die nächsten Beiträge über autoritären Extraktivismus, korrosives Kapital und vier Fallbeispiele aus dem Krivaja-Gebiet schicke ich voraus: Nein, sie reichen bei weitem nicht aus. Sie sind wichtig und müssen dekonstruiert werden. Sie greifen aber auch teilweise zu kurz. Genau das diskutiere ich in den folgenden Absätzen.

Das Wort Investition: ein zweischneidiges Schwert
Ich komme zuerst auf den irreführenden Begriff der angeblichen Investitionen zurück. Ob in Pressebeiträgen, in Selbstdarstellungen von Holdings oder Unternehmen, oder in der Sprache des Alltags: das Wort »Investition« ist zunächst immer positiv besetzt. Im genannten Beitrag von Mehinović wird dies bereits sehr klar dargestellt. Ein dort implizit, namenlos genanntes Beispiel aus dem Krivaja-Kontext lässt sich mit Hilfe eines Artikels der Tageszeitung Dnevni Avaz aus dem Jahr 2020 über den Unternehmer Miloš Bošnjaković konkretisieren. Bošnjaković, der in der Region seit Jahren öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zieht und neuerdings verschwunden sein soll (wenn man den Kommentaren und Meldungen aus den Sozialen Medien glaubt), kommt ursprünglich aus der Gegend von Tuzla besitzt neben der bosnischen auch die australische Staatsbürgerschaft. Er gilt als Schlüsselfigur hinter den »Investitionen« und Ausbeutungsprojekten in Hoch-Vareš (Rupice; dazu genauer in einem der nächsten Beiträge) sowie an der Duboštica und Tribija in Nieder-Vareš. An diesen beiden Krivaja-Zuflüssen (Duboštica, Tribija) des Mittellaufs plan(t)en er und die von ihm gegründeten Unternehmen Seven Plus bzw. Vareški Minerali d.o.o., Chrom abzubauen.

Im Avaz-Porträt wird Bošnjaković als „Mann, der nicht aufgibt“ dargestellt – und als einer, der die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die kleine, zentralbosnische Stadt Vareš gelenkt habe. Zunächst habe er Investoren aus Großbritannien dorthin geführt, den Prozess der Prospektion und Exploration mit dem Global Player Eastern Mining in Gang gesetzt, „und damit den Glauben an Leben in diesem Städtchen und die Vision von der neuerlichen Wiedereröffnung der Bergbaumine zu einer vollendeten Tatsache gemacht“.3 Anerkennender und schmeichelhafter kann man diesen heute höchst umstrittenen Vorgang wohl kaum in Worte setzen. In den vier Fallbeispielen der nächsten Blogposts wird noch ausführlicher auf das Projekt zurückzukommen sein.
Zum damaligen Zeitpunkt – mitten im Corona-Jahr 2020, wohlgemerkt – mag vielen Menschen in Bosnien die Nachricht über irgendeine Investition als etwas durchweg positives erschienen sein, zumal sie auch noch an den Glanz alter Zeiten einer heruntergekommenen Bergbaustadt anknüpfte. Schon der Beiklang des Wortes »Investition« an sich ist positiv besetzt: Die klassische kapitalistische Wirtschaftswissenschaft lehrt uns nämlich, dass Investitionen grundsätzlich gutzuheißen sind. Nur, wenn investiert wird, kann es durch die benötigte Akkumulation von Kapital auch zu einer Erhöhung der Produktivität kommen. Dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen, was besonders in von Arbeitslosigkeit und mangelnden Beschäftigungsverhältnissen schwer gebeutelten Ländern wie Bosnien positives Echo erzeugt. Während reiner Konsum keinen nachhaltigen Wert erzeugt, kann die Investition oder Re-Investition überschüssigen Kapitals zu dauerhaftem Wachstum und damit auch zu Prosperität führen.

Wer investiert – und sei es in extraktivistische Infrastruktur, wie es die österreich-ungarischen Herrscher an der Krivaja mit dem Bau der Zuglinie Kusače-Han Pijesak-Olovo-Zavidovići getan haben – erntet nicht nur wirtschaftliche Prosperität, sondern im besten Fall auch Prestige und Ansehen.4 Das lässt sich bis heute noch teilweise in Gesprächen an der Krivaja feststellen, wenn in einem fast bewundernden, immerhin anerkennenden Ton von der österreichisch-ungarischen Periode gesprochen wird. Zwar habe es sich um Besatzer gehandelt, aber immerhin haben sie eine recht umfangreiche Infrastruktur angelegt. Auch die Geschichte der Stadt Zavidovići mitsamt ihrer Wahrzeichen ist letztlich der österreichisch-ungarischen Periode zu verdanken.5 Derlei positive Erzählungen über Wachstum und Fortschritt setzten sich mit dem jugoslawischen Modernisierungseifer fort, der in oft nostalgischen Erinnerungen an der Gegenwart und natürlich den schrecklichen Entwicklungen der 1990er Jahre gespiegelt wird.
In ganz Europa – und zwar unabhängig davon, ob man sich in sozialistischen oder marktwirtschaftlichen Kontexten bewegt – wird heute mit Nostalgie auf den zukunftsorientierten Spirit geblickt, den man in der Zeit der großen Beschleunigung nach dem Zweiten Weltkrieg verortet. Auch in vielen Regionen Mittel- und Osteuropas hat sich die Zäsur 1989/1990 mit der Desintegration der Sowjetunion und des sowjetischen Typs des Staatssozialismus schmerzhaft ausgewirkt. In Bosnien, wo mit dem jugoslawischen, blockfreien Sozialismus seit jeher ein anderer Geist vorherrschte, kam im Vergleich zu Ostdeutschland und den Staaten des Warschauer Pakts in den 1990er Jahren aber hinzu, dass man durch vier lange Jahre des Kriegs zu gehen hatte. Die Jahre 1992-1995 haben nicht nur vieles brutal zerstört, sondern auch eine anhaltende, sogar institutionalisierte Unsicherheit und Fragmentierung erzeugt, die Investoren bis heute oft abschreckt.
Foreign Direct Investments
Inzwischen gibt es sie aber, die internationalen Investoren. Allen Reisenden wird das schon am Flughafen Sarajevo durch die großen Werbeschilder arabischer Immobilienmakler auffallen. Die heutigen Investitionen haben aber immer weniger mit jenen der Industriemoderne gemein, wenn man einmal vom Begriff absieht. In der Umsetzung stellen sie sich oft genug als große Aneignungs- und Ausbeutungsprojekte heraus, die der Gesellschaft insgesamt wenigentgegenkommen. Vareš und die Krivaja sind exemplarische Fälle für ein größeres Muster – und insofern wird das Wort Investitionen selbst inzwischen oft als Chiffre für eine „Falle“ wahrgenommen. In BiH hat das nicht zuletzt damit zu tun, dass es sich um eine besondere Kategorie Ausländischer Direktinvestitionen (Foreign Direct Investment, FDI) handelt.

An sich sind FDI nichts ungewöhnliches in der globalisierten Welt. Es gibt sie überall, ob in London, Berlin, Istanbul oder Rio. FDI sind etwas so normales, dass sogar die Standortattraktivität eines Landes oder eines Wirtschaftsraums am Vorhandensein von FDI gemessen wird: Je mehr ausländische Investoren sich „trauen“, in ein Gebiet zu investieren, desto sicherer wird es auch für andere sein. Sie gelten gar als Indikator für Stabilität – denn stabil muss eine Umgebung schon sein, ehe man sein Geld freiwillig und stets profitträchtig investiert. Wer will sein Haben schon an politische Unruhen oder institutionelles Chaos verlieren?
Stabilität, Sicherheit, EU: die Veränderung alter Wahrnehmungsmuster
Doch wie das Wort Investition an sich, so kennen auch Sicherheit und Stabilität ihre Kehrseiten: Für wen ist eine Umgebung sicher, in die ein Investor sein Geld leitet? Was bedeutet Stabilität? Ist damit die allgemeine, menschliche Sicherheit gemeint, wonach der Großteil der Bevölkerung in Sicherheit und Stabilität lebt? Oder meint man damit die politische Ordnung – und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine Autokratie oder Demokratie handelt? Für Investoren aus demokratischen Gefügen hat es sich das gesamte 20. Jahrhundert nie als relevant erwiesen, ob es sich beim Investitionsziel um ein autokratisches oder demokratisches Milieu handelte – oder vielleicht sogar um ein Land, das gerade dabei war, sich demokratisch zu konsolidieren. Viel wichtiger war immer die Frage, ob die herrschende Struktur die Investition absichern kann. Man braucht sich nichts vorzumachen: Dazu sind auch Autokraten oder sogenannte hybride Regime in der Lage.
In der Phase zwischen den mittleren 1990er Jahren, also seit Ende des Bosnien-Krieges im November 1995 und bis in die frühen 2010-er Jahre hinein genossen Europa und der Westen insgesamt einen Vertrauensvorschuss – und zwar trotz der immer vorhandenen Enttäuschung über mangelnde (oder wie auch immer kritisierte) Intervention während der jugoslawischen Zerfallskriege. Aber diese Phase ist vorbei. Die Europäische Union hat unter pro-demokratischen Akteuren der Region längst empfindlich an Ansehen verloren, und von den USA müssen wir gar nicht sprechen. Das hat mit einer tiefgreifenden Veränderung des Raums der internationalen Öffentlichkeit und Meinungsbildung zu tun, und es wäre ausufernd, an dieser Stelle alle Faktoren zu erörtern.

Was in Deutschland auch in Parteien wie Bündnis 90/Die Grünen hartnäckig ignoriert und nicht aufgearbeitet wird, ist der krasse Vertrauensverlust, der aus der konsequenten Unterstützung Israels durch die letzten Bundesregierungen während der Zerstörung Gazas resultiert, wo deutsche Waffen zum Einsatz kommen. Ich wurde in Bosnien von fast allen Gesprächspartnern immer wieder auf dieses Thema angesprochen. Mir wurde in jedem Gespräch klar gesagt, wie sehr man gerade von Deutschland enttäuscht sei – das vorher ein so großes Ansehen genossen hatte und wie eine Art Sicherheitsanker wahrgenommen wurde. Freilich war und ist man in Bosnien selbst durchaus nicht zimperlich, neopopulistische, gewalttätige Autokraten wie Erdoğan oder Putin zu verharmlosen und zu umwerben. Wie ebenso bekannt ist, haben diese und andere Akteure jahrelang mediale Sendungen finanziert und unterfüttert, die explizit oder implizit anti-europäisch und anti-demokratisch sind, wodurch die öffentliche Meinungsbildung in BiH und anderswo stark und zuungunsten von Demokratie und Europa beeinflusst wurde. Doch egal, wie man es dreht und wendet: Das Verhalten der EU und besonders des in Bosnien-Herzegowina so angesehenen Deutschlands vis-à-vis des palästinensischen Schicksals legt sich wie eine Schablone über die Wahrnehmung von EU-Akteuren. Man muss diese sozialpsychologischen Faktoren unbedingt einbeziehen, wenn man verstehen will, warum sich eine wachsende Zahl von Menschen auf sich selbst zurückgeworfen fühlen, weil ihr Vertrauen in Europa zutiefst erschüttert ist.
Europäische Spitzenpolitiker arbeiten offen und diskret mit Autokraten und nach Autokratie strebenden Regimen aller Couleur eng zusammen, was heute durch die Entgrenzung der öffentlichen Meinungsbildung viel stärker zur Kenntnis genommen wird als vor der Digitalen Revolution. Man denke nur an die Türkei oder Serbien mit ihren angeblich „starken Männern“. In der Südosteuropa-Forschung hat sich für das Verhältnis zwischen der EU und dem „starken Mann“ der Begriff der Stabilokratie etabliert: Es werden, zumindest eine Zeit lang, scheindemokratische Fassaden aufrecht erhalten. Seitens des Handelspartners in Gestalt des „starken Manns“ wird Stabilität versprochen, die aber unter wachsender Drohkulisse immer wie eine besonders wertvolle Ware strategisch zum Einsatz kommt – etwa, indem man droht, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, oder indem man sich nicht der gemeinsamen Außenpolitik zu Russland anschließt. Im Gegenzug für die wie auch immer gelieferte Stabilität wird der „starke Mann“ im großen und ganzen in Ruhe gelassen. Ein Stabilokrat par excellence ist Aleksandar Vučić in Serbien: Er konnte seine Macht immer weiter ausbauen – und sich noch dazu mit den Federn sichtbarer FDI schmücken, etwa in Gestalt großer, spektakulärer Bauprojekte wie Beograd na Vodi. Ganz ähnlich lässt sich aber auch das Verhältnis der EU zu Recep Tayyip Erdoğan in der Türkei beschreiben, auch wenn hier das Wort Stabilokratie generell nicht verwendet wird.6
Das Critical Raw Materials Act
Von Brüssel aus betrachtet ist die Welt unübersichtlich geworden. Auf die USA kann man sich nicht mehr verlassen, die Zufuhr billiger Rohstoffe aus Russland ist aus bekannten Gründen stark gesunken, die Straße von Hormuz und das Rote Meer sind Kriegsgebiete. Das an seltenen Erden und kritischen Rohstoffen vergleichsweise arme Europa muss aus China, Südamerika und anderen Gebieten exportieren, will sich aber diversifizieren und weniger abhängig von externen Akteuren machen. Ein Ergebnis ist das Critical Raw Materials Act der EU, worüber es an anderer Stelle einen eigenen Beitrag geben soll.7
Weil dadurch die kritischen Rohstoffe des sogenannten Westbalkans ins Zentrum der europäischen Aufmerksamkeit rücken, erscheint die EU inzwischen auch den südosteuropäischen Umweltschutzorganisationen immer dubioser: Was ist aus Sicht südosteuropäischer Umweltschützer von einer EU zu erwarten, der erklärtermaßen daran gelegen ist, einen immer größeren Anteil kritischer Rohstoffe aus Europa – und damit auch aus dem vulnerablen Bosnien – beziehen zu wollen? Welche Investitionen wird die EU dafür gutheißen, und zu wessen Schaden und Nutzen?
FDI sind also ein zweischneidiges Schwert, dessen scharfe Seite sich als besonders erbarmungslos erweisen kann, wenn es sich beim Investitionsziel um eine beschädigte soziale Geografie wie Bosnien-Herzegowina handelt, was auch Mehinović aufführt. Ausländischen Investoren ist selbstverständlich nicht primär am Wohlergehen des Gemeinwesens am Investitionsziel gelegen, sondern an den eigenen Interessen, also der Gewinnmaximierung. Gewinne werden abgezogen, lokale Wirtschaftstätigkeit verdrängt oder geschädigt, indirekte oder direkte (strategische) Abhängigkeiten geschaffen.8 Demnach wäre es die Aufgabe des heimischen politischen Gefüges, die FDI im Sinn der eigenen Interessen so einzuhegen, dass sich die Investition für die investierte Seite lohnt.
Weil genau das (nicht nur) in BiH jedoch nicht geschieht, hat das dazu geführt, dass meine Gesprächspartner das Wort „Investition“ nur noch mit ironischer Intonation in den Mund nehmen. Wie der von Mehinović zitierte Ibrahim Klis am Beispiel der Krivaja, Zavidovićis und Varešs unmissverständlich auf den Punkt gebracht hat, hat man längst verstanden, dass unter Investition nicht einfach eine Art „Gabe“ oder gar Hilfe zum Wiederaufbau der darbenden Wirtschaft zu verstehen ist.9 Obwohl sich internationale Projektleiter, Geldgeber, Bauherren und Bergbauunternehmer weiterhin mit dem Wort Investition schmücken und es auch weiterhin oft verfängt, ist weder das Wort Investition noch die Kritik daran die passend Begrifflichkeit, um die oben skizzierte Dynamik zu beschreiben, die sich in Bosnien abspielt. Und damit komme ich zur Frage, inwieweit die Rede von (Neo-)Kolonialismus berechtigt ist.
Die „offenen Adern Bosniens“ als Schauplatz des Neoimperialismus?
In der klassischen, auf Wachstum basierenden Ökonomie ist nicht vorgesehen, dass eine grundsätzliche und weitreichende Verknappung selbst so grundlegender Güter wie Wasser, kritischer Ressourcen und habitabler Zonen eintritt, die dem systemimmanenten Wachstum ein Ende setzen. In einer Zeit aber, die Anthropozän genannt wird, ist genau das eingetreten. Selbst das in Bosnien allgegenwärtige Wasser der unzähligen Flüsse und der zu jeder Jahreszeit ergiebigen Niederschläge erscheint in diesem Sommer und Herbst als immer kostbareres Gut.
Der heimischen, internationalen und diasporischen Öffentlichkeit ist natürlich nicht entgangen, dass sich darüber hinaus in ganz Südosteuropa eine Art Scramble for Resources abspielt: Kritische Ressourcen – darunter Lithium, Kobalt, Nickel, Chrom, Kupfer, Blei, Silber, Gold, andere Mineralien und Erze – stellen begehrte Ziele internationaler Akteure dar. Für die kritischen Rohstoffe, die sich im Ophiolith-Gestein des Konjuh-Krivaja Massivs und in der Zvijezda finden, gilt das ganz genauso. Beim neuerlichen Wettlauf um die Ressourcen geht es natürlich nicht, vereinfacht gesagt, um Gaben, was immer noch den Kern des Worts Investition ausmacht – sondern um das Gegenteil: um Entnahmen.
Diese Entnahmen werden mit vielen Worten bezeichnet: Extraktivismus, Ausbeutung, Abbau – oder auch Plünderung.10 Oft kommen in der Alltagssprache Begrifflichkeiten zum Einsatz, die an die Ära des europäischen Kolonialismus und Imperialismus anknüpfen, wenn etwa von Neoimperialismus und Neokolonialismus die Rede ist. In den sozialen Medien ist dazu in diesem Jahr im Umfeld des Krivaja-Aktivismus eine Karikatur aufgetaucht, die das sehr deutlich illustriert: Vor einer mittelamerikanisch wirkenden Landschaft mit Maya-Pyramiden im Dschungel stehen zwei spanische Konquistadoren. Zu ihrer Rechten öffnet sich ein Schacht in einen Berg, aus dem ein gebeugter, ärmlich gekleideter Arbeiter eine Lore mit Gold aus dem Berg fährt. Ein zweiter Arbeiter begibt sich, ebenfalls gebeugt und unglücklich dreinblickend, mit einer Spitzhacke zur weiteren Ausbeute ins Innere des Stollens. Die beiden Konquistadoren unterhalten sich lächelnd und zufrieden, während der eine zum anderen sagt: „Wir geben ihnen Arbeit, und sie geben uns Gold.“

Die ironische Darstellung wirkt wie eine direkte grafische Umsetzung des Buchtitels „Die offenen Adern Lateinamerikas“ des uruguayischen Schriftstellers Eduardo Galeano (1940-2015). Mit dem populärwissenschaftlichen Buch hat Galeano die lange Geschichte der Ausbeutung Lateinamerikas seit den spanischen und europäischen Eroberungsfeldzügen beschrieben. Demnach basiert der Reichtum des Westens (Europas, Nordamerikas) auf den illegitim entwendeten Ressourcen Lateinamerikas. Letzterer ist bis heute – und trotz seiner Reichtümer – ein benachteiligter, schwacher Kontinent.11 Die anachronistische Karikatur (die damaligen Spanier kannten weder Loren noch Schienen) stellt einen Zusammenhang zwischen den aktuellen Ressourcenausbeutungen des Bergbaus (also dem Extraktivismus), dem Wirken fremder Mächte (der Konquistadoren) und der Ausbeutung der geknechteten Einheimischen dar (in Gestalt der geschundenen Einheimischen als Bergleute). So wie die Raubzüge und die brutale Unterdrückung und Versklavung der indigenen Bevölkerung der spanischen Kolonialzeit heute als etwas illegitimes und ungerechtes betrachtet wird, so gilt auch die Ausbeutung der bosnischen Ressourcen durch extraktivistische Unternehmen vielen Menschen in Bosnien als Ungerechtigkeit und als etwas illegitimes.
It’s the freshwater, stupid!
Das alles spricht zunächst für den Begriff des (Neo-)Kolonialismus. Die Realität sieht indes komplexer und widersprüchlicher aus. Einerseits unterstützt sie zwar das Bild von den ausbeuterischen Kolonialherren, denn die Ungleichheit und das Machtgefälle zwischen Investoren und Extraktivisten einerseits und der über den Tisch gezogenen, gewissermaßen „zur Ader gelassenen“ Bevölkerung andererseits erscheint durchaus real und nachvollziehbar. Dennoch finden sich in der Rolle der Konquistadoren und Extraktivisten keineswegs ausschließlich ausländische, fremde Akteure, wie das Beispiel Vareš noch zeigen wird. Die Vorgänge in Südosteuropa wären außerdem gar nicht zu verstehen, wenn man die weiteren lokalen Akteure ausblendete, die aktiv oder passiv am Geschehen beteiligt sind. Neokolonialismus erscheint also mindestens als unzureichender Begriff, um das ganze Geschehen in Worte zu fassen.
Die Metapher der offenen Adern reizt zu weiteren Vergleichen, Verbildlichungen und auch Erweiterungen. Galeano hat zwar eine generelle Ausbeutungsdynamik Lateinamerikas zugunsten Europas und später Nordamerikas beschrieben, sich aber besonders auf die konkreten Fälle des Cerro Rico in Bolivien mit der Stadt Potosí, auf das brasilianische Ouro Preto / Villa Rica in Minas Gerais (was übersetzt nichts anderes als „Allgemeine Minen“ bedeutet) oder die Silberbergwerke von Zacatecas und Guanajuato in Mexiko bezogen. Die Bergwerke Bosniens, auf die einst viele Arbeiter stolz waren, erscheinen heute fast wie eine direkte Analogie zu Galeanos Buch – nämlich als die „offenen Adern Bosniens“. Bei der Ausbeutung der bosnischen Adern aus Silber, Gold, Zink, Chrom, Blei, Lithium, Kupfer und anderer Materialien geht es, ähnlich wie in Lateinamerika, nicht darum, die lokale Bevölkerung zu bereichern, sondern um Profite und Ressourcensicherheit in der EU und auf anderen Kontinenten. Dass eine dünne, lokale Elite kollaboriert und profitiert, fügt sich ebenso in dieses (post-)koloniale Bild ein.

Wenn man vom Kleinen ausgehend, als dem bosnischen Kontext, in Richtung des Großen weiterdenkt, also in die Geopolitik, dann landet man schnell bei weiteren Analogien. Denken wir nur an die US-amerikanische Dreistigkeit, sich eines Landes wie Venezuela fossiler Ressourcen wegen wortwörtlich zu bemächtigen – oder zu sagen: „We must have Greenland!“. Trotz aller Klimaveränderungen erweist sich die Ideologie des fortwährenden Wachstums, das auf Ressourcenausbeutung beruht, als äußerst zäh und widerstandsfähig. Doch wenn uns der gerade erst zurückliegende Sommer eines ganz deutlich gezeigt hat, dann ist es die existenzielle Bedeutung der Flüsse, der Grundwasserläufe, der Wälder und Feuchtgebiete, wo Unmengen von CO2 gespeichert und Biotope am Leben erhalten werden. Es mehren sich die Studien und Warnungen, die eine Verknappung von Wasser feststellen oder prognostizieren.
Es müsste mittlerweilen klar sein, dass es sich beim Schutz von Flüssen und Grundwasserleitern um sehr viel mehr als um eine Form gutmeinenden Umweltschutzes handelt, der in den vergangenen Jahrzehnten oft genug als etwas nischiges, ja: optionales belächelt wurde. Doch der Schutz von Grundwasserleitern und der Trinkwasserversorgung kann schon dem Wesen nach nicht die Aufgabe einer politischen Option (oder Partei) unter anderen sein – ganz so, als könnte man sich, je nach politischem Geschmack, darüber Sorgen machen oder nicht. Schon in diesem Sinn würde ich vorschlagen, die Ader- und Butkreislauf-Metaphorik heute wörtlicher und fließender zu verstehen, als in der Übertragung starrer Mineralienlagerstätten (wie z.B. in Goldader, Silberader, etc.).
Ein Blick auf Gewässernetzkarten legt eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen zum menschlichen Herz-Kreislauf-System offen. Beide Strukturen sind schließlich Ergebnisse eines universellen Prinzips der Natur, das sich in fraktalen Mustern abbildet. Ein großer Fluss, etwa die Donau, teilt sich in kleinere Nebenflüsse, etwa Sava, Drina, Bosna, Vrbas, Una; und diese wiederum in noch kleinere Flüsse, wie Lašva, Usora, Miljacka, Krivaja, Gostović, Spreča. Diese fraktale Verästelung folgt demselben Prinzip wie die Aufzweigung von Aorta (Hauptschlagader) in Arterien und Kapillaren. Grund- und Süßwasser bilden in diesem Sinn heute viel mehr als petrifizierte, starre Mineralienadern den vitalen Reichtum Bosniens: Das fließende Wasser ähnelt dem fließenden Blut, die Flussbetten den Venen und Arterien, die dichten Wälder den Organen – wie unseren Lungen.
Las venas abiertas de Bosnia – das sind heute aufgrund der voranscheitenden Dürre und des Süßwasserbankrotts die Flüsse und Wasserleiter.12 Der gesamte westliche Bereich der Balkanhalbinsel mit seinen erheblichen Niederschlagsmengen (die zu den höchsten in Europa gehören) könnte sich sehr schnell zu einem begehrten Ziel durstiger Investoren entwickeln. Viele Menschen scheinen heute weiterhin zu glauben, Fortschritt und Wohlstand werde wie im 19. und 20. Jahrhundert aus Industrie und Ausbeutung natürlicher Ressourcen erwachsen können. Wenn wir uns aber den vollendeten Fakten und progressiven Dynamiken des Anthropozäns ehrlich stellen, dann sehen wir mit Blick auf den Zustand der Süßwasserleiter weltweit, dass es sich bei derlei Vorstellungen um das Ergebnis fehlgeleitete, fehlleitender Ideologie handelt.

In den folgenden Beiträgen werde ich zuerst den Begriff des autoritären Extraktivismus mit seinen Vor- und Nachteilen diskutieren, der in jüngeren Publikationen vorgeschlagen wurde und dem das Verdienst zukommt, die internationale Aufmerksamkeit in Europa auf die extraktiven Entwicklungen in Bosnien gelenkt zu haben, die letztlich auch von gesamteuropäischer Bedeutung sind. Ergänzend dazu werde ich für die Vorteile des Begriffs des korrosiven Kapitals argumentieren, weil damit nicht nur gefährliche und problematische Aktivitäten im Bereich des Bergbaus, sondern auch alle möglichen weiteren Arten von Investitionen kritisch hinterfragt werden können, die wiederum eng mit dem autoritären Extraktivismus verbunden sind. Am Ende werde ich auf die hier bereits angesprochene, beschädigte Geografie eingehen, worunter ich ein mehr-als-menschliches, landschaftsbasiertes Gefüge verstehe, das uns über den Blick auf das Kleine Perspektiven auf das Große eröffnet.
Fußnoten
- Ich unterscheide zwischen Hoch- und Nieder-Vareš, weil es sich bei den Minen in der Gemeinde Vareš um zwei unterschiedliche Lagerstätten handelt. Hoch-Vareš bezeichnet die Mine Rupice und Veovača und das Gebiet, wo Adriatic Metals, seit 2025 Dundee Precious Metals Inc Silber und andere wertvolle Metalle ausbeutet. Nieder-Vareš bezeichnet die Hanglagen zur Krivaja gen Norden, wo Chrom abgebaut werden soll und wovon die Krivaja direkt betroffen ist. ↩︎
- Mehinović, Merima K.: Geografija nepravde u slivu Krivaje – resursi, moć i sudbina malih zajednica. In: Urban Magazin (2026), https://www.urbanmagazin.ba/merima-k-mehinovic-geografija-nepravde-u-slivu-krivaje-resursi-moc-i-sudbina-malih-zajednica/ ; Mehinović, Merima K.: Die Geografie der Ungerechtigkeit an der Krivaja: Ressourcen, Macht und das Schicksal kleiner Gemeinden. In: KRIVAJA, https://www.krivaja.org/de/2026/09/die-geografie-der-ungerechtigkeit-an-der-krivaja-ressourcen-macht-und-das-schicksal-kleiner-gemeinden/, Datum des Zugriffs: 17.09.2026.
↩︎ - Avaz: Miloš Bošnjaković: Čovjek koji ne odustaje. In: Dnevni Avaz, https://avaz.ba/vijesti/bih/586423/milos-bosnjakovic-covjek-koji-ne-odustaje, Datum des Zugriffs: 19.07.2026. ↩︎
- Mujkić, Jusuf H.: Eksploatacija šuma u Krivajskom bazenu i izgradnja željezničke pruge u dolini rijeke Krivaje (1878-1990). In: Rijeka Krivaja kroz prošlost: Zbornik radova, hg. von Aida Ramić und Institut za istoriju Sarajevo, Sarajevo 2016, S. 91–125; Omerović, Enes S.: Stranci na Krivaji u prvoj polovini XX stoljeća. In: Rijeka Krivaja kroz prošlost: Zbornik radova, hg. von Aida Ramić und Institut za istoriju Sarajevo, Sarajevo 2016, S. 127–169; Brkljača, Seka: Uticaj razvoja šumske privrede na urbanizaciju Zavidovića. In: Rijeka Krivaja kroz prošlost: Zbornik radova, hg. von Aida Ramić und Institut za istoriju Sarajevo, Sarajevo 2016, S. 171–184. ↩︎
- HISTORIJA GRADA ZAVIDOVIĆI. In: Grad Zavidovići, https://zavidovici.ba/historija-opcine-zavidovici, Datum des Zugriffs: 08.07.2026; Brkljača: Uticaj razvoja šumske privrede na urbanizaciju Zavidovića 2016 (vgl. Fn. 2). ↩︎
- Qirezi, Arben: Stabilokratie, das Versprechen von Reformen und Meritokratie I. In: KOHA.net, https://www.koha.net/de/kolumne/stabilitokracia-premtimi-per-reforme-dhe-meritokracia-i, Datum des Zugriffs: 07.09.2026; Bieber, Florian: The Rise (and Fall) of Balkan Stabilitocracies. In: CIRSD, https://cirsd.org/horizon-article/the-rise-and-fall-of-balkan-stabilitocracies/, Datum des Zugriffs: 07.09.2026; Qirezi, Arben: Von der Stabilokratie zur Konsolidierung persönlicher Macht: Der Wandel des politischen Spiels. In: KOHA.net, https://www.koha.net/de/kolumne/nga-stabilokracia-te-konsolidimi-i-pushtetit-personal-transformimi-i-lojes-politike, Datum des Zugriffs: 07.09.2026; Bieber, Florian: Was Autokraten fürchten: Aufstand in Serbien und die Krise autoritärer Regime, Originalausgabe, Berlin 2026; Nicu, Madalin: Serbia’s Strategic Balancing: Economic Diversification, EU Conditionality and Regional Stability. In: Atlas Institute for International Affairs, https://atlasinstitute.org/serbias-strategic-balancing-economic-diversification-eu-conditionality-and-regional-stability/, Datum des Zugriffs: 07.09.2026. ↩︎
- BMWE, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Europäische Industriepolitik – Der europäische Critical Raw Materials Act (CRMA). https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Artikel/Industrie/critical-raw-materials-act.html, Datum des Zugriffs: 07.09.2026. ↩︎
- Garbe, Lisa/Maerz, Seraphine F./Freyburg, Tina: Authoritarian collaboration and repression in the digital age: balancing foreign direct investment and control in internet infrastructure. In: Democratization 33 (2026), S. 85–108; Shah, Dr Mumtaz Hussain: Autocracy, Democracy and FDI Inflows in Asian Developing Countries; Jungnickel, Rolf: Direktinvestitionen – ein problematischer Standortindikator; Escribà-Folch, Abel: Foreign direct investment and the risk of regime transition in autocracies. In: Democratization 24 (2017), S. 61–80. ↩︎
- „Nein, sie sind keine Investoren, denn eine Investition ist etwas, von dem sowohl die Einheimischen als auch die Investoren profitieren und Zufriedenheit daraus ziehen. DARUM GEHT ES BEI UNS NICHT.“, in: Mehinović, Merima K.: Die Geografie der Ungerechtigkeit an der Krivaja: Ressourcen, Macht und das Schicksal kleiner Gemeinden. In: KRIVAJA, https://www.krivaja.org/de/2026/09/die-geografie-der-ungerechtigkeit-an-der-krivaja-ressourcen-macht-und-das-schicksal-kleiner-gemeinden/, Datum des Zugriffs: 17.09.2026. ↩︎
- Kraske, Marion: Southeast Europe: Plundering the Western Balkans. In: Heinrich Böll Stiftung (2024); Critical Raw Materials in South Eastern Europe | Heinrich Böll Stiftung. https://www.boell.de/en/critical-raw-materials-south-eastern-europe, Datum des Zugriffs: 07.09.2026; Carbonnier, Gilles/Mehrotra, Rahul: A renewed neocolonial scramble for resources? (2022). ↩︎
- Galeano, Eduardo: Las venas abiertas de América Latina. In: Revista española de la opinión pública (1972), S. 495; Galeano, Eduardo: Die offenen Adern Lateinamerikas: die Geschichte eines Kontinents von der Entdeckung bis zur Gegenwart, 19. Aufl, Wuppertal 2007. ↩︎
- Vgl. Schad, Thomas: Freshwater Bankruptcy as the Blind Spot in Iran Forecasts. In: The Amargi, https://theamargi.com/posts/freshwater-bankruptcy-as-the-blind-spot-in-iran-forecasts, Datum des Zugriffs: 02.03.2026; Schad, Thomas: Iran: Der mächtigste Feind des Mullah-Regimes sind nicht die USA. In: Berliner Zeitung, https://www.berliner-zeitung.de/open-source/iran-der-maechtigste-feind-des-mullah-regimes-sind-nicht-die-usa-li.10020771, Datum des Zugriffs: 03.03.2026.
↩︎
Referenzen
- Avaz: Miloš Bošnjaković: Čovjek koji ne odustaje. In: Dnevni avaz, https://avaz.ba/vijesti/bih/586423/milos-bosnjakovic-covjek-koji-ne-odustaje , Datum des Zugriffs: 19.07.2026.
- Bieber, Florian: Was Autokraten fürchten: Aufstand in Serbien und die Krise autoritärer Regime, , Originalausgabe, Berlin 2026.
- Bieber, Florian: The Rise (and Fall) of Balkan Stabilitocracies. In: CIRSD, https://cirsd.org/horizon-article/the-rise-and-fall-of-balkan-stabilitocracies/ , Datum des Zugriffs: 07.09.2026.
- BMWE, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Europäische Industriepolitik – Der europäische Critical Raw Materials Act (CRMA). https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Artikel/Industrie/critical-raw-materials-act.html, Datum des Zugriffs: 07.09.2026.
- Brkljača, Seka: Uticaj razvoja šumske privrede na urbanizaciju Zavidovića. In: Rijeka Krivaja kroz prošlost: zbornik radova, hg. von Aida Ramić und Institut za istoriju Sarajevo, Sarajevo 2016, S. 171–184.
- Carbonnier, Gilles/Mehrotra, Rahul: A renewed neocolonial scramble for resources? (2022).
- Escribà-Folch, Abel: Foreign direct investment and the risk of regime transition in autocracies. In: Democratization 24 (2017), H. 1, S. 61–80.
- Galeano, Eduardo: Las venas abiertas de América Latina. In: Revista española de la opinión pública (1972), H. 28, S. 495.
- Galeano, Eduardo: Die offenen Adern Lateinamerikas: die Geschichte eines Kontinents von der Entdeckung bis zur Gegenwart, , 19. Aufl, Wuppertal 2007.
- Garbe, Lisa/Maerz, Seraphine F./Freyburg, Tina: Authoritarian collaboration and repression in the digital age: balancing foreign direct investment and control in internet infrastructure. In: Democratization 33 (2026), H. 1, S. 85–108.
- Jungnickel, Rolf: Direktinvestitionen – ein problematischer Standortindikator.
- Kraske, Marion: Southeast Europe: Plundering the Western Balkans. In: Heinrich Böll Stiftung (2024).
- Mujkić, Jusuf H.: Eksploatacija šuma u Krivajskom bazenu i izgradnja željezničke pruge u dolini rijeke Krivaje (1878-1990). In: Rijeka Krivaja kroz prošlost: zbornik radova, hg. von Aida Ramić und Institut za istoriju Sarajevo, Sarajevo 2016, S. 91–125.
- Nicu, Madalin: Serbia’s Strategic Balancing: Economic Diversification, EU Conditionality and Regional Stability. In: Atlas Institute for International Affairs, https://atlasinstitute.org/serbias-strategic-balancing-economic-diversification-eu-conditionality-and-regional-stability/ , Datum des Zugriffs: 07.09.2026.
- Omerović, Enes S.: Stranci na Krivaji u prvoj polovini XX stoljeća. In: Rijeka Krivaja kroz prošlost: zbornik radova, hg. von Aida Ramić und Institut za istoriju Sarajevo, Sarajevo 2016, S. 127–169.
- Qirezi, Arben: Stabilokratie, das Versprechen von Reformen und Meritokratie I. In: KOHA.net, https://www.koha.net/de/kolumne/stabilitokracia-premtimi-per-reforme-dhe-meritokracia-i , Datum des Zugriffs: 07.09.2026.
- Qirezi, Arben: Von der Stabilokratie zur Konsolidierung persönlicher Macht: Der Wandel des politischen Spiels. In: KOHA.net, https://www.koha.net/de/kolumne/nga-stabilokracia-te-konsolidimi-i-pushtetit-personal-transformimi-i-lojes-politike , Datum des Zugriffs: 07.09.2026.
- Schad, Thomas: Freshwater Bankruptcy as the Blind Spot in Iran Forecasts. In: The Amargi, https://theamargi.com/posts/freshwater-bankruptcy-as-the-blind-spot-in-iran-forecasts, Datum des Zugriffs: 02.03.2026.
- Schad, Thomas: Iran: Der mächtigste Feind des Mullah-Regimes sind nicht die USA. In: Berliner Zeitung, https://www.berliner-zeitung.de/open-source/iran-der-maechtigste-feind-des-mullah-regimes-sind-nicht-die-usa-li.10020771, Datum des Zugriffs: 03.03.2026.
- Shah, Dr Mumtaz Hussain: Autocracy, Democracy and FDI Inflows in Asian Developing Countries.
- HISTORIJA GRADA ZAVIDOVIĆI. In: Grad Zavidovići, https://zavidovici.ba/historija-opcine-zavidovici , Datum des Zugriffs: 08.07.2026.
- Critical Raw Materials in South Eastern Europe | Heinrich Böll Stiftung. https://www.boell.de/en/critical-raw-materials-south-eastern-europe , Datum des Zugriffs: 07.09.2026.